Der Recovery Experience Questionnaire

Erholung im Büro

Lässt sich Erholung erfassen?

Der Recovery Experience Questionnaire

Im Jahr 2007 haben Sonnentag und Fritz einen Fragebogen entwickelt, der unser Erholungsverhalten messen soll. Anhand von vier Dimensionen soll der sogenannte Recovery Experience Questionnaire (REQ) erfassen, wie Individuen sich erholen und Abstand zur Arbeit gewinnen. Gestützt wird der Fragebogen auf die Annahme, dass die vier folgenden psychische Faktoren maßgeblich zur Erholung beitragen.

  1. Psychische Distanz zur Arbeit: Damit ist nicht nur der körperliche Abstand von der Arbeit, sondern auch der Mentale gemeint. Das heißt, dass man in Erholungsphasen keinerlei arbeitsbezogener Tätigkeiten nachgeht, zum Beispiel dem Lesen von E-Mails. Zudem vermeidet man über arbeitsbezogene Probleme oder Chancen nachzudenken. Eine Aussage dieser Dimension lautet: „In meiner Freizeit denke ich überhaupt nicht über die Arbeit nach.“
  2. Entspannung: Diese wird charakterisiert als “ein Zustand geringer Aktivität und gesteigertem positivem Affekt” (Stone, Kennedy-Moore, & Neale, 1995 in Sonnentag & Fritz, 2007). Eine Aussage dieser Dimension lautet: „Ich nutze meine freie Zeit um mich zu entspannen.“
  3. Mastery: In diesem Zusammenhang bedeutet Mastery, dass man sich in seiner Freizeit Herausforderungen sucht, die in anderen Bereichen liegen als die arbeitsbezogenen Herausforderungen. Wodurch sich die Annahme manifestiert, dass Erholung nicht nur in einem passiven Zustand, sondern auch in einem aktiven Zustand stattfindet. Eine Aussage dieser Dimension lautet: „Ich tue Dinge, die mich herausfordern.“
  4. Kontrolle über die Freizeitgestaltung: Dieser Dimension liegt die Überlegung zu Grunde, dass wir danach streben Kontrolle über unser Leben auszuüben und selbst bestimmen möchten, wie wir unser Leben gestalten möchten – im Beruf und in der Freizeit. Eine Aussage dieser Dimension lautet: „Ich bestimme selbst, wie ich meine Zeit verbringe.“

Mit sechzehn Fragen ist der Recovery Experience Questionnaire verhältnismäßig kurz, weist aber eine genaue Messgenauigkeit auf. Sonnentag und Fritz kritisierten jedoch selbst, das der REQ den Aspekt der Sozialkontakte zu wenig berücksichtigt.

Insgesamt lassen sich adäquate Zusammenhänge zwischen den Dimensionen des Recovery Experience Questionnaire und Variablen des psychischen Wohlbefindens erkennen. Beispielsweise emotionale Stabilität, gesundheitliche Probleme, Burnout, Depressionen, die allgemeine Lebenszufriedenheit und Schlafprobleme. So lässt sich vermuten, dass diese Variablen durch die Qualität der Erholung beeinflusst werden.