Soft Skills als Nährboden für Erfolg

16. Februar 2017 By

Jeder kennt sie, fast alle haben sie und doch sind Soft Skills immer noch so etwas wie der geheime Super-Shake für erfolgreiche Projektteams

Jeder redet davon, aber eigentlich weiß keiner so recht, was sie sind: Soft Skills. Nach langen Jahren der Ausbildung und des Studiums, in denen wir uns mühsam Fachkenntnisse angeeignet haben, die uns bei Unternehmen begehrenswert machen, befinden wir uns auf einer recht vielversprechenden Laufbahn. Wir bemühen uns stetig, unser Wissen und Marktkenntnisse durch Fachlektüre, Messebesuche und Vorträge auf dem neuesten Stand zu halten, über Innovatoren und Trendsetter informiert zu sein, doch irgendwie taucht sie immer wieder auf, die Diskussion um die Soft Skills, die man zu allem auch noch besitzen soll. Sind Soft Skills denn wirklich so wichtig – und warum versprechen sich viele Unternehmen gerade davon einen Wettbewerbsvorteil?

 

Soft Skills sind nicht (nur) für Softies

Klassisch werden die Kompetenzfelder von Mitarbeitern oder Führungskräften in vier Bereiche unterteilt. Die fachliche, die methodisch, die persönliche und die soziale Kompetenz. Hierbei werden vor allem die persönliche und die soziale Kompetenz als „weiche Faktoren“ bezeichnet. Während sich die „Hard Skills“ (also die fachliche und methodische Kompetenz), um die Fakten und die Vorgehensweisen kümmern, kommt den Soft Skills eher eine übergeordnete Aufgabe zu: erst durch den Einsatz der Soft Skills können wir eigentlich unser berufliches Wissen optimal vernetzen und optimieren.

Zugegeben, das Adjektiv „soft“ ist leider auch ein wenig irreführend im Zusammenhang mit Kompetenzen, suggeriert es doch, dass „soft Skills“ vielleicht nicht so wichtig sind wie „hard Skills“ wenn es um unsere Karriere geht. Außerdem meinen viele, dass man nur die „harten Skills“ erwerben kann, die „Soft Skills“ aber weder erlernbar noch messbar sind. Weit gefehlt.

Natürlich ist nicht jeder als Soft Skill Star zur Welt gekommen – Soft Skills lassen sich aber, ganz ähnlich wie Fachwissen, bestens vermitteln und erlernen. Und wir alle profitieren davon, denn persönliche und soziale Kompetenzen bieten Komponenten, die effektive, produktive Zusammenarbeit ermöglicht und vorteilhafte Synergien schafft.

 

Vom Ich zum Wir: Wertewandel in der Arbeitswelt

Befragt man Personalleiter, dann geben diese folgende Eigenschaften als wichtigste Soft Skills an: Eigeninitiative, Kommunikations- und Teamfähigkeit, Leistungsbereitschaft und Begeisterungsfähigkeit so wie Belastbarkeit und Verantwortungsdenken an. Doch was verbirgt sich genau dahinter und warum ist das wichtig für die berufliche Karriere?

Fachlich gut ausgebildete Arbeitnehmer gibt es heutzutage reichlich und Fachwissen läßt sich heutzutage auch sehr gut über neue Medien aneignen. Um zusätzlich noch attraktiver für Arbeitgeber zu werden, absolvieren viele ein Auslandsstudium, legen Praktika bei renommierten Konzernen ab, ein paar Fremdsprachen gehören natürlich auch noch dazu … aber all das unterstreicht eher die „Ich-Kultur“ eines Mitarbeiters. Mit einem guten Fachwissen allein hebt man sich kaum noch von der Konkurrenz ab. Die wirklich entscheidende Komponente ist die Fähigkeit, sich schnell auch unterschiedliche Situationen und Menschen einstellen zu können.

Viele unterschätzen hierbei den Wandel, dem sich unsere Arbeitswelt rasant unterzieht. Immer mehr Unternehmen wenden sich von starren Hierarchien ab, um Platz für flexiblere „Lean-Modelle“ zu machen: agile, schlanke und vor allem temporäre Projektteams. Sie setzen in Eigenverantwortung Ziele um und formieren sich nach Erreichung meist neu. Der projektbezogene Einsatz von Mitarbeitern kann Kosten reduzieren, eine schnellere Anpassung auf Marktveränderungen ermöglichen und Kundenwünsche gezielter erfüllen. Das führt zu mehr Verantwortung jedes einzelnen Teammitgliedes.

 

Soft Skills als Substrat für Potentialgemeinschaften

Mit dieser Veränderung der Projektarbeit geht auch eine Veränderung der Arbeitskultur einher. Die Teams verlegen das Brainstorming auch gerne mal ins Café nebenan oder gehen gemeinsam zum Yoga-Retreat. Externe Spezialisten werden situativ zu Projekten dazu geholt und nicht selten befinden sich alle Teammitglieder an unterschiedlichen Orten, so dass per Videoschaltung konferiert wird. Der Arbeitsplatz der Zukunft wird nicht mehr viel mit den stationären, starren Strukturen der Vergangenheit gemeinsam haben. Abteilungen, in denen einzelne Mitarbeiter isoliert bis zur Pensionierung ihr Arbeitspensum abarbeiten, sind damit passé. Und das mühsam angeeignete Fachwissen hat mittlerweile nur noch eine Halbwertszeit von vier Jahren, in IT-Berufen sogar nur eineinhalb Jahre.

Soft Skills sind deswegen so unverzichtbar geworden, weil sie in einer von Wandel und Unbeständigkeit durchsetzten Welt als Nährboden eingesetzt werden, der die nachhaltige und zielgerichtete Umsetzung von konkreten Ideen und umfassenden Strategien erst möglich macht. Wer mühelos zwischen verschiedenen Prioritäten, Teams, Herausforderungen und Persönlichkeiten agieren kann, hat einen kaum einzuholenden Wettbewerbsvorsprung.

Wer die Stärken und Schwächen einzelner Teammitglieder zielsicher und passgenau identifizieren kann, positioniert seine Gruppe als fest verknüpfte Gemeinschaft, in denen die einzelnen Mitglieder Vertrauen zueinander haben und eine offene Kommunikationskultur pflegen. Dadurch werden kreative Freiräume gewonnen, in denen Innovationen entstehen und die Effektivität eines Projektes messbar steigt – das Potential eines solchen Teams ist beinahe unbegrenzt.

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