Sporttipps für die berufliche Leistungssteigerung

28. Oktober 2016 By

3 Tipps aus dem Sporttraining, die bestens für die optimale berufliche Weiterbildung geeignet sind

Ob auf dem Tennisplatz, der Piste oder im Unternehmen—Lernen ist ein lebenslänglicher Prozess. Wie das am effektivsten und nachhaltigsten geht, kann man sich hervorragend beim Sport abgucken.

Denn das, was beim Sport ratsam und viel bewährt ist, um Trainingsergebnisse zu maximieren und die Verletzungsgefahr zu minimieren, lässt sich auch bestens auf das Lernen neuer Kommunikationsmethoden als auch das Motivations- und Selbstmanagement übertragen.

Ganz ähnlich wie unsere Muskeln bevorzugt auch unser Gehirn Wiederholungen, Pausen und unterschiedliche „Aufbereitungsweisen“ um Lerninhalte emotional zu verankern und auch auf Situationen außerhalb des Seminarraums übertragen zu können. Genau hier existiert nämlich bei vielen Workshops eine Diskrepanz, in dem zwar ein Übermaß an wertvollen Informationen angeboten wird, aber konkrete Methoden, wie diese auch umzusetzen sind, fehlen. Schon kurze Zeit nach dem Training setzt die „Seminar-Amnesie“ ein: Zwar war vieles ganz interessant, aber „hängengeblieben“ ist nichts, und wer will schon in den Unterlagen nachkramen, um dem Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen …

Hier einige meiner Trainingstipps, die über zwei Jahrzehnte Erfahrung als Sportler mit meiner 15-jährigen Erfahrung als Softskills-Trainer verbinden und darauf abzielen, dass die neuen Kenntnisse und in Seminaren vermittelten Inhalte erfolgreich auf das Berufsleben übertragen werden können.

Trainingstipp 1: Häppchen- statt Haufenweise

Um Verletzungen vorzubeugen und Muskeln so effektiv wie möglich aufzubauen, steigern Sportler Belastungen, wie zum Beispiel Gewichte, idealerweise langsam aber stetig. Erst wenn die Mikro-Verletzungen, die das Training der Muskelstruktur zuführt, verheilt sind, ist es ratsam die Belastung zu steigern, denn nur so kann mehr Muskelmasse entstehen.

muskeltrainingGanz ähnlich verhält es sich mit komplexen Sachverhalten, die gute Trainer in kleine, nachvollziehbare und erlernbare Einzelteile zerlegen und sukzessiv im Schwierigkeitsgrad steigern. Beim Erlernen der Vorhand im Tennis zum Beispiel werden bestimmte Phasen zuerst einzeln trainiert und erst dann zu einem Ganzen zusammengefügt, wenn sich jeder separate Ablauf leicht und natürlich anfühlt. Als nächstes wird daran gearbeitet, die Einzelphasen flüssig zu einem harmonischen Ganzen zu verbinden, Übergänge zu antizipieren und jedem Teil der Bewegung die gleiche Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.

Fazit: Unser Gehirn funktioniert ganz ähnlich wie ein Muskel. Was im Sport bestens funktioniert und wissenschaftlich ausführlich erwiesen ist, lässt sich deswegen auch wunderbar auf das Personalmanagement und die berufliche Selbstentwicklung übertragen. So können Mitarbeiter und Führungspersönlichkeiten die Leistungsfähigkeit nur dann anhaltend steigern, wenn die zu erlernenden Konzepte methodisch in ihrem Schwierigkeitsgrad gesteigert werden und komplexe Sachverhalte zunächst in ihre Einzelteile zerlegt werden; systemisches Coaching baut also genau auf die Lernmethoden des Sports auf, um das Leistungspotential der Seminarteilnehmer im Beruf zu optimieren.

Trainingstipp: 2. Multi-sensorisches Lernen für den maximalen Synapsenschluß

Viele von uns können sich ganz genau an den Geruch des Autos der Eltern erinnern. Nicht nur, weil wir lange Stunden eingequetscht zwischen Geschwistern und Picknickkörben auf der Rückbank verbracht haben, sondern auch weil wir als Kinder noch richtige Profis im emotionalen Verankern von Wahrnehmungen waren. Der erste Kuss, an den sich die meisten Menschen noch ganz genau erinnern, ist ein weiteres Beispiel dafür, wie gut unser Gehirn darin ist, Ereignisse, die uns emotional zutiefst berühren, erfolgreich im Langzeitgedächtnis abzuspeichern.

Gutes Skitraining ist ein weiteres Musterbeispiel für multisensorisches Lernen–eine didaktische Methode, die darauf abzielt, goeran-svenssonunterschiedliche Lernpräferenzen (im Groben: auditives, visuelles und kinästhetisches Lernen) anzusprechen, und dadurch das zu Erlernende zu etwas Erfahrbarem zu verarbeiten.

Anfängern werde ich zunächst einmal die Grundlagen des „Pflugfahrens“ verbal erklären (und damit vor allem die auditiven Lerner ansprechen), bevor ich die Übung vormache (das feuert nun vor allem bei den visuellen Lernen Synapsen). Dann werden sich die Teilnehmer natürlich selber beim Pflügen versuchen, und dieser kinästhetische Ansatz wird nicht nur die handlungsorientierten Lerner erfreuen, sondern auch bei den anderen Lerntypen dazu beitragen, dass ein regelrechtes „Synapsenfeuerwerk“ gefeiert wird: eine neue Verbindung im Gehirn die anzeigt, dass Informationen erfolgreich aufgenommen wurden.

Fazit: Ein breites Angebot an sensorischen Lerninhalten bietet den doppelten Vorteil, dass zum einen Unterschiede im Lernstil berücksichtigt werden und auditiven, visuellen, sowie kinästhetischen Lernern genügend „Futter“ geboten wird. Außerdem trägt dieser Trainingstipp dazu bei, das wichtige Synapsen im Gehirn geschlossen werden können, die das Gehörte/Gesehene/Geprobte zu einem vollwertigen Ganzen abspeichern.

Unverzichtbar sowohl auf der Piste als auch im Seminarraum ist das anschließende Feedback des Trainers um sicherzustellen, dass Fehler keine Chance haben sich zu verankern und zur schlechten Gewohnheit werden. Auf das Thema „Feedback“ werde ich in einem späteren Beitrag noch einmal zu sprechen kommen, da es meiner Meinung ein viel zu wenig genutztes Werkzeug in der Personalführung und auch im Selbstmanagement darstellt.

Trainingstipp 3: Last but not least: Das Dolce Far Niente

 Die Vorzüge des Nichtstuns kann man fast nicht genug betonen. Damit Gelerntes effektiv „hängenbleibt“, sind kreative Ruhephasen ein Muss. Um das Beispiel des anfänglich erwähnten Krafttrainings zu benutzen, brauchen Muskeln eine gewisse Auszeit, damit sie sich regenerieren können.

entspannung_pexels-photoUnser Gehirn funktioniert ganz ähnlich: Zwar kann man durch intensives Pauken vor einer Klausur viel Wissen auf einmal hineindrillen, aber zurückbehalten wird kaum etwas. Schon nach 24 oder 48 Stunden ist das meiste wieder vergessen. Pausen geben unserem Körper und unserem Gehirn die Gelegenheit Erlerntes abzuspeichern bis es das nächste Mal wieder abgerufen wird.

Wer zum Beispiel gesunde Ruhephasen im Anschluss an den Skiunterricht oder den Besuch im Fitnessstudio einbaut und sich in der Sauna oder auch nur der Badewanne eines bewusstes Time-out gönnt, steigert die Chancen um ein Vielfaches, dass neue Inhalte langfristig im Körper oder Gehirn einziehen und sich auch wieder abrufen lassen.

Fazit: In meinen Workshops sind es nicht nur Reflexionsübungen, die das Gelernte verinnerlichen helfen sondern auch gezielt platzierte Pausen, die Raum für eine mentale Weiterführung der geübten Lerninhalte schaffen. Die „Lernbulimie“ bei der eine Unmenge an Wissen in die Teilnehmer hineingestopft wird hat erwiesenermaßen zur Folge, dass lediglich schlappe 5% des Stoffes verinnerlicht werden können. Die restlichen 95% erhalten ungefähr so viel Aufmerksamkeit wie die kleingedruckten AGBs auf Millionen von Webseiten.

Zusammengenommen ergeben diese drei Trainingtipps übrigens einen wunderbare effektiven Trainingskreislauf, der bestens dazu geeignet ist mentale und physische Grenzen zu überwinden und neue Höchstleistungen zu erzielen—im Beruf oder im Sport. Doch davon, wie schon versprochen, in einem Beitrag in allernächster Zukunft.

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